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Chronik der Stahlproduktion in Dortmund

1841 Der Iserlohner Fabrikant Hermann Diedrich Piepenstock erhält die Konzession zur Errichtung eines Puddel- und Walzwerks auf dem Gelände der ehemaligen 'Hoerder Burg'. Die Wahl des Produktionsstandortes fällt auf den Hoerder Raum aufgrund der hier vorhandenen reichen Steinkohle-Vorkommen.

1843 Auf der 'Hermannshütte' (Phoenix Ost) wird die Produktion aufgenommen. Der noch ländliche Raum Hörde wird sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Industriestandort entwickeln, bekannt für Stahlprodukte von hoher Qualität.

1850 Das Puddelwerk umfasst etwa 50 Öfen. Im Stabeisen-,Schienen- und Blechwalzwerk, in der Achsen- und Räderfabrik sowie in der Eisengießerei werden vorwiegend Eisenbahnmaterialien hergestellt.

1852 Die 'Hermannshütte' wird in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen 'Hoerder Bergwerks- und Hütten-Verein' umgewandelt. Westlich der Stadt Hörde wird mit dem Bau eines Hochofenwerks begonnen (Phoenix West). Der 'Hoerder Verein' ist damit eines der ersten Hüttenunternehmen des Ruhrgebiets, das neben der Stahlproduktion und der Weiterverarbeitung auch die vorgelagerte Produktionsstufe der Roheisenerzeugung auf sich vereinte.

1864 Der 'Hoerder Verein' nimmt als zweites deutsches Hüttenwerk die Flußstahlerzeugung auf.

1879 Der 'Hoerder Verein' führt zusammen mit den Rheinischen Stahlwerken das Thomasverfahren in Deutschland ein.

1890 Im 'Hoerder Verein' wird der sogenannte Roheisenmischer entwickelt.

1898 Im Hochofenwerk des 'Hoerder Vereins' kommt die erste Großgasmaschine in Betrieb.

1906 Im 'Hoerder Verein' werden jährlich 500.000 Tonnen Rohstahl erzeugt, die Mitarbeiterzahl beträgt 6.200. Der 'Hoerder Verein' fusioniert mit der in den 1850er Jahren gegründeten 'Phoenix, Actien-Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb zu Duisburg-Ruhrort', einem der damals größten deutschen Montanunternehmen.

1926 'Phoenix' beteiligt sich mit anderen deutschen Montanunternehmen an der Gründung der 'Vereinigte Stahlwerke AG', dem weltweit zweitgrößten Montankonzern. Man erhofft sich bessere Wettbewerbschancen auf dem Weltmarkt, Kostensenkung und Absatzsteigerung sollen durch Rationalisierungsmaßnahmen erzielt werden.

1933 Als Folge von Umstrukturierungsmaßnahmen der 'Vereinigte Stahlwerke AG' werden das Werk Hörde und das Dortmunder Hüttenwerk 'Union' zu einer Betriebsgesellschaft, der 'Dortmund-Hoerder Hüttenverein AG' zusammengefasst. Das Werk Hörde spezialisiert sich auf die Herstellung von Großblechen.

1945 Nach dem zweiten Weltkrieg beschlagnahmt die britische Militärregierung die Dortmunder Hüttenwerke. Demontagemaßnahmen werden angeordnet, die 'Vereinigten Stahlwerke AG' werden aufgelöst.

1951 Im Zuge der Neuordnung der deutschen Eisen-und Stahlindustrie werden die Werke der 'Dortmund-Hoerder Hüttenverein AG' wieder zusammengeführt, diesmal zur 'Dortmund-Hörder HüttenunionAG'.

1958 Die 'Dortmund-Hörder Hüttenunion AG' arbeitet eng mit der 'Hoesch Werke AG' zusammen.

1966 Die 'Hoesch Werke AG' übernimmt die 'Dortmund-Hörder Hüttenunion AG'.

1987 In Dortmund wird keine Kohle mehr gefördert.

1992 Der Essener Krupp-Konzern übernimmt die 'Hoesch Werke AG'.

1997 Fusion von Thyssen und Krupp zur 'Thyssen-Krupp AG'. Im Ruhrgebiet existiert nur noch ein einziger Stahlkonzern. Die 'Thyssen-Krupp AG' entscheidet sich für die Stahlproduktion zwischen den Standorten Duisburg und Dortmund für Duisburg. Das Ende der Stahlproduktion in Dortmund wird angekündigt.

1998 In Hörde werden die ersten Hochöfen stillgelegt. Phoenix West beendet die Produktion.

28.04.2001 Die letzte Roheisenschmelze in Dortmund auf Phoenix Ost. Der letzte Dortmunder Hochofen auf der Westfalenhütte beendet seinen Betrieb.

Quelle: FH Dortmund
 

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